In dem Buch 'Long-Distance Pigeon Racing', das ich grad lese, wird jedem der Züchter im Gespräch die Frage gestellt, welchen Ratschlag er einem Novizen geben würde, um Weitstreckentauben zusammenzustellen und in einer Folgefrage, wo dieser nach etwa 3 Jahren mit seinem Taubenspiel angekommen sein sollte.
Faszinierende Antworten bekomme ich da zu lesen. Teils, wie in dem Foto zu sehen, sogar mit spirituellem Tiefgang... Open your mind, sagt Geoff Cooper :)
Hier sind auch einige mit vielen, vielen Jahren im Taubenwesen auf dem Buckel :) Was sind die Ratschläge hier im Forum an einen Novizen?
Auch wieder ein interessanter Beitrag, mir persönlich fehlt noch die entsprechende Expertise in diesen Belangen. Daher bin ich auch auf eure Antworten gespannt.
Eine generalisierte Perspektive auf diese Thematik zum einen auf die verschiedenen Züchter, ihren Weg der Zucht und die jeweiligen Zuchtlinien lassen aber den kausalen Zusammenhang aufkommen, dass mehrere Faktoren für ein Erfolgskonzept parat stehen müssen.
Aber wie gesagt, ich bin auch interessiert an euren praktischen Erfahrungen.
Um das Eis etwas zu brechen, möchte ich nach und nach die Weitstreckler aus dem Buch zitieren. Vielleicht schafft das Anreize, entwickelt sich etwas draus bzw. gibt das etwas Boden...
ZitatWhat advice would you give a novice attempting to build a team of long-distance pigeons, and what stage should he have reached after three years?
Herman Brinkman aus Tuk, Steenwijk, Niederlande: A novice should start with ordinary healthy pigeons and use them as feeders. He must then go to two very good fanciers who have good results at the distance you require and buy eggs off their best birds.
The two fanciers must have different strains of birds. After three years he should be racing very well – not international races, at extreme distances, but National and overnight races. To be truthful I really don’t think you have allowed enough time for him to evaluate himself. The first thing is, he must have a very good loft. A dry, well-ventilated loft is essential, and such a loft, with good ventilation and conditions, and where the birds are happy, can only be achieved by trial and error. If he is to be a good fancier he must be motivated and patient at the same time.
ZitatWelchen Rat würden Sie einem Anfänger geben, der versucht, eine Gruppe von Weitstreckentauben aufzubauen und welche Stufe sollte er nach drei Jahren erreicht haben?
Herman Brinkman aus Tuk, Steenwijk, Niederlande: Ein Anfänger sollte mit ganz normalen, gesunden Tauben beginnen und diese als Futtertiere verwenden. Dann sollte er zu zwei sehr guten Züchtern gehen, die auf der gewünschten Distanz gute Ergebnisse erzielen, und von deren besten Vögeln Eier kaufen.
Die beiden Züchter müssen unterschiedliche Taubenrassen haben. Nach drei Jahren sollte er sehr gute Flüge fliegen – nicht auf internationalen Flügen über extreme Distanzen, sondern auf nationalen Flügen und Übernachtflügen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Sie ihm genügend Zeit gegeben haben, sich selbst einzuschätzen. Als Erstes muss er einen sehr guten Schlag haben. Ein trockener, gut belüfteter Schlag ist unerlässlich, und ein solcher Schlag mit guter Belüftung und guten Bedingungen, in dem sich die Vögel wohlfühlen, kann nur durch Ausprobieren erreicht werden. Um ein guter Züchter zu werden, muss er motiviert und geduldig zugleich sein.
Hallo ihr Novizen, ich werde in den kommenden Tagen einen in den letzten Jahren sehr erfolgreichen Weitstreckenspieler besuchen für einen Film, über den Werdegang zu einem Weitstreckler. Wobei wir nach Veröffentlichung hoffentlich schlauer sind!
Da muß man Dir einfach auch mal einen Dank aussprechen mit Deinen Videos wo Du zu den Leuten gehst. Und das auch schon seit etlichen Jahren in Regelmäßigkeit beibehälst. So Leute wie Friedrich Bänziger mit seinem TQM oder Harald Kolthoff und auch viele andere in diesen Gesprächen ihr Wissen, ihre Herangehensweise in solchen Videos weitergeben und wir alle – grade die, die neu dazukommen – sich viel davon mitnehmen können... Man nimmt sich was man meint davon für sich irgendwann mal brauchen zu können. Danke an euch alle!
In dem uralten Film über den Barcelona Flug besucht der Filmemacher den niederländischen Weiststreckenspieler Staf Dusarduijn an seinem Hof, welcher Einblicke in seine Schläge gibt. Auch damals schon wurden die gleichen Fragen aufgeworfen wie heutzutage. Interessant dabei – für mich als Neuling – diese ollen Meister haben wenig Hemmungen zu zeigen was sie machen und Ratschläge zu geben.
Und so stellt der Filmemacher im Gespräch an Staf Dusarduijn die Frage
ZitatWas raten Sie einem Anfänger?
Woraufhin Dusarduijn antwortet
ZitatEin Anfänger muss zu einem Liebhaber gehen, der ihn gut mit Tauben bedient. Nicht zu viele Rassen kaufen. Kauft er bei zwei oder drei Liebhabern, so ist das mehr als genug. Zehn oder 12 Rassen, davor habe ich keinen Respekt. Die meisten davon sind doch schon tot. Beweisen kann man dabei doch nichts. Man kann zwar sagen, ich habe von Paul Bostein, von der Maurice Delbar, Hektor Desmet, Jan Aarden oder Van Wanroy, aber alle sind doch schon tot.
In Filmsequenzen vorher gibt dieser noch einige andere Einblicke in das was er da so tut mit den Tauben. Unter anderem wird da etwas gezeigt, was ich noch von meinem Onkel damals kannte. Die Tauben sollen draußen picken... Schaut man sich Videos von RV-Leuten heutzutage auf Youtube an, wird dort gesagt, dass man sowas unbedingt unterbinden will. Wundert sich ein paar Sätze vorher aber noch über die Anfälligkeit der eigenen Tauben... Naja... Zeiten ändern sich.
ZitatMan sollte nicht denken, dass dies der Zuchtschlag ist. Keine großen Volären, wie auf anderen Spitzenschlägen, nur zwei normale Sputniks. Warum? Ganz einfach, einmal am Tag haben Sie ganz normalen Freiflug und könnten Sie auf dem Feld finden, was ihnen eventuell im Schlag fehlt. Das ist nach Meinung von Staf die einzige Art, die Zuchttiere so lange wie möglich leistungsfähig zu erhalten. Zur Zeit hat er einen 19-jährigen Vogel, der bis jetzt alle Eier befruchtet hat.
Einen weiteren Tipp gibt es im Schlag:
ZitatAuch in diesem Schlag gibt es keinen Luxus. Was auffällt, sind die verschiedenfarbigen Nistzellen. So können die Tauben ihre Nistzelle leichter erkennen. Das ist gerade auf dem Zuchtschlag wichtig, um zerschlagene Eier zu vermeiden. Vielleicht ist das ein Tipp.
Was man noch alles lernen kann, selbst aus so alten Filmen.
Tat ich, aber mir ist da neben der Flügelgeschichte noch etwas anderes aufgefallen.
Und zwar stellt der Achim dem Cor irgendwann die Frage, wie ein Novize, ein Anfänger auf die Weitstrecke kommen kann. Wie könnte ein guter Einstieg klappen? Der Cor sachte darauf im Spaß, daß dieser Anfänger selbstverständlich zu ihm kommen und Tauben bei ihm kaufen solle. Und Spätjunge.
Aber mir ist da etwas später was anderes aufgefallen. Das hab ich so auch schon in den Büchern und anderswo als Ratschlag an einen Anfänger gelesen und gehört. Das was man suchen solle, sieht man beispielhaft in diesem Video.
Etwas später kommt der Hermann Josef dazu. Das was da passiert, was die beiden da zwischeneinander haben, ist das was man finden muß, um einen guten Start ermöglicht zu bekommen.
Ich sag jetzt nicht, daß man zu irgendeinem der Leute da hin gehen soll! Geht nicht um die Personen, sondern um das Miteinander.
Darum, daß man jemanden finden muß, der einem wohlgesonnen ist. Man sollte jemanden finden, mit dem es menschelt. Das läßt sich für mich jetzt nur schwer beschreiben, weil das sone Gefühlssache ist. Man versteht das am Besten, wenn man sich den Umgang der beiden miteinander ansieht. Das ist ein bestimmter Schlag Mensch, den man finden sollte. Jemand, der nicht unbedingt die Absicht hat dir das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das hat weniger mit haben zu tun, sondern eher mit sein. Das materialistische hat da weniger Wichtigkeit.
Irgendwann sah ich mal ein Video, das war sicherlich aus den 1970er Jahren. Und der olle, belgische Züchter, der da genau so auch gefragt wird nach Ratschlägen für einen Einsteiger/Anfänger, war sicherlich auch schon über 80 Jahre alt in dem Video. Und er sagte: "Man sollte kein teures Geld für eine Taube bezahlen. Seine beste Taube wird er geschenkt bekommen."
Das ist genau das. Das, was man da zwischen Hermann Josef und Cor Jacobs sehen kann.
Das ist ganz sicher ein längerer Weg. Aber möglicherweise für den eigenen Taubenstamm den man sich dann aufbauen will auch am nachhaltigsten. Die Abkürzung ist Geld. Aber dann bleibt wahrscheinlich auch das Zwischenmenschliche auf der Strecke...
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